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Adresse

Therapiezentrum Burgau
Kapuzinerstr. 34
89331 Burgau

Forschung im TZB

Wir verstehen es als unsere Aufgabe durch wissenschaftliche Forschungsprojekte das Verständnis über die neurologischen Erkrankungen und die bestmögliche neurologische Rehabilitation zum Nutzen unserer Patienten zu mehren. Hierzu führen wir selbständig oder in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern verschiedene Forschungsprojekte durch. In diesem Zusammenhang werden auch medizinische und psychologische Doktorarbeiten betreut.

Folgende Forschungsprojekte werden aktuell am Therapiezentrum Burgau durchgeführt:

1. PerBrain-Studie

Bei dieser Koma-Studie handelt es sich um ein europäisches Verbund-Forschungsprojekt mit Projektpartnern in Paris, Mailand und Tel Aviv. Prof. Bender leitet die deutsche Projektgruppe mit den Standorten München-Großhadern und Burgau. Das Projekt begann im Herbst des vergangenen Jahres und wird von der EU/dem BMBF für die nächsten 3 Jahre finanziell gefördert.
Inhaltlich geht es um die Charakterisierung des Bewusstseinszustandes von Patienten mit akuten Hirnschädigungen mithilfe klinischer und technischer Verfahren. Eingeschlossen werden Patienten, die entweder im Syndrom der reaktionslosen Wachheit oder im Syndrom des minimalen Bewusstseins infolge einer akuten Hirnschädigung sind. Die Patienten werden dann mehrfach klinisch wie auch mit unserem besonderen HD-EEG inklusive TMS, einem speziellen MRT-Verfahren und einer automatisierten Geruchsinn-Testung untersucht und es wird überprüft, welchen Wert diese Untersuchungen bei der Vorhersage des zukünftigen Bewusstseinszustandes und Erholungspotenzials haben.

2. TMS/HD-EEG-Studie

Bei der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem mit sehr starken Magnetimpulsen von außen das Gehirn gezielt stimuliert werden kann. Im Rahmen dieses Projektes, das in Kooperation mit der Universität Lüttich durchgeführt wird, wird TMS in Verbindung mit unserem HD-EEG-System verwendet, um Patienten mit einer schweren Bewusstseinsstörung einerseits bezüglich eines eventuell vorhandenen minimalen Bewusstseins besser einschätzen zu können und um andererseits auch das Gehirn gezielt stimulieren zu können. Bei diesem Therapieanteil werden die Patienten für 4 Wochen werktäglich mittels TMS stimuliert und es wird geprüft, ob es hierdurch zu einer Verbesserung des Bewusstseinszustandes kommt. Die Studie liegt aktuell zur Genehmigung bei der zuständigen Ethikkommission vor. Eine finanzielle Teilförderung des Projektes erfolgt durch die ZNS-Hannelore Kohl Stiftung.

Studienbeginn soll noch im ersten Quartal 2021 sein.

3. tDCS Studie

Auch bei diesem Projekt werden Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen eingeschlossen, die im Rahmen eines europäischen Verbund-Forschungsprojektes mit der transkraniellen Gleichstromstimmulation (tDCS) über 4 Wochen werktäglich behandelt werden, um eine Verbesserung des Bewusstseinszustandes zu erreichen. Dieses von der EU geförderte Projekt läuft am TZB bereits seit knapp 2 Jahren und es konnten auch bereits mehrere Patienten eingeschlossen werden. Europaweit sind bisher ca. 60 Patienten untersucht worden. Burgau ist derjenige deutsche Projektpartner mit den meisten eingeschlossenen Patienten.

Erste Ergebnisse einer Zwischenauswertung sollen im ersten Halbjahr 2021 vorliegen.

4. Opti-NIV-Projekt zur Verbesserung der Versorgungssituation von Patientin in der ambulanten Intensivpflege

Hierbei handelt es sich um ein Mammut-Projekt, das vom Innovationsfonds mit 5,3 Millionen € unter der Leitung von Prof. Bender gefördert wird. Ziel des Projektes ist, dass sich die Versorgung und die langfristige neurologische Erholung von Patienten, die aus der neurologischen Frührehabilitation in eine außerklinische Intensivpflege entlassen werden („Beatmungs-WG“), verbessern. Hierzu sollen die Patienten nach der Entlassung durch ambulante Spezialisten-Teams in den Intensivpflegeeinrichtungen untersucht und beurteilt werden, um zu überprüfen, ob eine Entwöhnung von der Beatmung oder der Trachealkanüle möglich ist und welche Maßnahmen hierzu gegebenenfalls erforderlich sind. Die Patienten sollen dann ca. 1 Jahr nach der Entlassung wieder stationär aufgenommen werden, um diese z.B. Dekanülierung durchzuführen. Die Studienzentrale dieses Projektes wird an der LMU München sein. Unsere Klinik wird gemeinsam mit anderen neurologischen Fachkliniken die ambulanten Teams aufbauen und Patienten einschließen.

Projektbeginn wird der Sommer 2021 sein. Projektpartner ist u.a. die AOK Bayern.

5. NRO-COV-Studie

Bei dieser multizentrischen Studie geht es um die Beschreibung des Gesundheitszustandes von Post-COVID-Patienten in der neurologischen Frührehabilitation. Studienleiter ist Herr Prof. Bender gemeinsam mit Herrn Prof. Jahn in Bad Aibling. Das Projekt begann im Herbst 2020 und bisher konnten deutschlandweit ca. 100 Patienten eingeschlossen werden. Die Patienten werden während der neurologischen Rehabilitation mehrfach untersucht und es werden Daten aus der Krankenakte erfasst. Es geht dabei z.B. um die Alltagsselbstständigkeit (Barthel-Index), Komplikationen, die neuropsychologische Funktion, den Geruchssinn und bei den Abschlussvisiten nach 3 und 6 Monaten (teilweise telefonisch) auch um die Lebensqualität.

6. HOPE-Studie

In dieser Studie untersuchen wir in Zusammenarbeit mit mehreren anderen Akut- und Rehabilitationskliniken in Bayern („Multicenter-Studie“), wie das Behandlungsergebnis von komatösen Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand und Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns tatsächlich ist, wenn alle Rehabilitationsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Hintergrund ist die Vermutung, dass bei manchen Patienten die Prognose als zu negativ eingestuft und die Behandlung daher vorzeitig abgebrochen wird. Studienleiter ist Herr Prof. Dr. Bender, der am LMU-Klinikum Großhadern auch die Studienzentrale leitet. Insgesamt sollten ca. 150 Patienten bis 2017 eingeschlossen werden.

Finanziell wird die Studie durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt.

Hier geht’s zur Studienhomepage:

http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Neurologie/de/Forschung/Klinische_Studien/HOPE/index.html