Der Kurs ist von der APW (Arbeitsgemeinschaft pro Wahrnehmung) anerkannt.

Kursziele:
Verständnis der Kursteilnehmer

  • für Wissen über die Organisation des Gehirns in Form komplexer VERNETZUNGEN und für Wissen wie diese entstehen.
  • für ZIEL der Behandlung der „Beidhändigkeit“ bei hirngeschädigten Personen (u. a. Patienten mit Hemiparesen):
    die  Reorganisation von Vernetzungsmustern.

Kursinhalte:
Neurowissenschaftler beschreiben die Organisation des Gehirns in Form komplexer VERNETZUNGEN.
Eine Schädigung des Gehirns beeinträchtigt diese Organisation und als Folge den Ablauf unterschiedlicher Einzelleistungen.
Die Störung der Organisation der Vernetzungen ist also primärer als die Störung einer Einzelleistung. Dies setzt Bedingungen an die Methode der Therapie und verlangt vertieftes Wissen über die Vernetzungen und wie diese entstehen:

Bedingungen

  • 1. Die Organisation des Gehirns ENTWICKELT sich a) beim Kind, b) aber auch beim Erwachsenen (PLASTIZITÄT).
  • 2. ZIEL der Behandlung der „Beidhändigkeit“ ist die Reorganisation von Vernetzungsmustern (PRIMÄREFFEKT).
    Dazu werden Erkenntnisse aus der kindlichen ENTWICKLUNG beigezogen.
  • 3. Forschungsbefunde bei sinnesgesunden und sinnesgeschädigten und Kindern mit schweren Verhaltensschwierigkeiten deuten darauf hin, dass die Entwicklung der Vernetzungen des menschlichen Gehirns auf GESPÜRTER INTERAKTION IM ALLTAG
    basiert. Sie werden verinnerlicht (SITUATIONS – GEDÄCHTNIS) und unter speziellen Bedingungen wieder hervorgeholt (SITUATIONS – RETRIEVAL).
  • 4. METHODE: Im Mittelpunkt steht die VERMITTLUNG GESPÜRTER INFORMATION in der Interaktion im ALLTAG.
    Diese Interaktion umfasst 2 Arten hierarchisch abhängiger Veränderungen TOPOLOGISCHER BEZIEHUNGEN:
    a) Beziehungen zwischen Körper und Umwelt in Sequenzen
    b) Beziehungen zwischen Personen / Gegenständen der Umwelt in Vernetzungen (Geschehnisse)
    Beidhändigkeit gehört zum ersten System und wird benützt beim Berühren – Umfassen – Wegnehmen – Loslassen
    mit einer Hand, mit zweien, komplementär und wird eingeschachtelt in das zweite System der „GESCHEHNISSE im ALLTAG“.

Methodik:

  • Theorie
  • Patientenbehandlung (Kinder und Erwachsene)
  • Videoanalyse
  • Selbsterfahrung
  • Gruppenarbeit
  • Vorstellung von Ergebnissen im Plenum

APW-Mitglieder können nach der Kursabsolvierung mit der Bescheinigung ihre Verlängerung der Qualifikation
im Affolter-Modell® bei der APW beantragen.

Teilnahmevoraussetzungen:

  • APW-anerkannter Affolter-Grundkurs
  • Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, die einen fünftägigen APW-anerkannten Einführungskurs (IPU) oder ein fünftägiges
    APW-anerkanntes Einführungsmodul absolviert haben und eine einjährige Erfahrung in der Anwendung des Führens nach Affolter nachweisen, erreichen aufgrund dieser speziellen Qualifikation ebenfalls die Teilnahmevoraussetzung.

Weiter Informationen finden Sie unter:
www.apwschweiz.ch

Zielgruppe:

  • Dieser Kurs wendet sich an Fachpersonal aller therapeutischen Berufsgruppen, die im Alltag mit wahrnehmungsgestörten Menschen arbeiten und über eine der genannten Voraussetzungen verfügen.

Termin:


W/IPU-Beidhändigkeit
22.06. – 26.06.2020
 
Kursleitung:
Luzia Fischer (D)
Physiotherapeutin
APW-anerkannte Instruktorin im Affolter-Modell®

sowie Instruktoren und Assistenten aus dem Therapiezentrum Burgau

Teilnehmerzahl:
20

Unterrichtseinheiten:
ca. 38

Kurszeiten:
Montag bis Donnerstag:
09:00 – 17:00 Uhr
Freitag:
09:00 – 14:00 Uhr

Kursgebühr:
Euro 995,-