|
|
 |
 |
 |
 |
 |
| Behandlung an der Wurzel, nicht am Symptom |
Alle unsere Patienten haben bis zu dem Ereignis Erfahrungen gesammelt, die sie in die Lage versetzten, mit tagtäglich auftretenden Problemen im Alltag umzugehen. Dieses Sammeln von Erfahrungen oder auch Lernen geschieht zunächst rein taktil- kinästhetisch, d. h. durch Spüren von sich selbst und seiner Umgebung, statisch und in der Interaktion. All die vielen kleinen Erfahrungen ergeben in ihrer Summation die Fähigkeiten, über die wir als Mensch verfügen: Motorik, Sprache, Sozialverhalten, Gedächtnis, Planung, Aufmerksamkeit und Konzentration, usw. Diese Fertigkeiten, einzeln oder in Kombination, sind nach einer schweren Hirnschädigung gestört. Der Patient kann nicht mehr auf seine früher erworbenen Erfahrungen zurückgreifen (Baumstruktur). An der Wurzel zu behandeln und nicht am Symptom bedeutet also, dem Patienten zu Informationen zu verhelfen, die ihn in die Lage versetzen, Probleme im Alltag zu lösen. Reine Symptombehandlung, d. h. das Üben einzelner Fertigkeiten, hilft dem Patienten weder bei seinem Grundproblem noch bei seinem Lernprozess weiter. Gestörte Informationswege werden durch Führen mit dem Ziel beeinflusst, die zentrale Wahrnehmungsfähigkeit und damit die gestörte Funktion zu verbessern.
Sehr gut integrieren lässt sich hierbei das Bobath-Konzept und die F.O.T.T.® ("Facio-Orale-Trakt-Therapie"). Ziel des Bobath-Konzeptes ist die Anbahnung normaler Haltungs- und Bewegungsreaktionen in der Interaktion mit der Umwelt. Therapeutische Maßnahmen begegnen drohender Spastik und beugen Kontrakturen vor, beinhalten auch korrekte Positionierung, Lagerung und aktivierenden Transfer bei allen Aktivitäten eines strukturierten Tagesablaufs. Das Funktionieren des facio-oralen Traktes für Stimme, Mimik und Schlucken hängt sehr stark von der sensiblen Wahrnehmung in diesem Bereich ab. Diese gilt es bei der "Facio-Oralen-Trakt-Therapie" über eine Verbesserung der Wahrnehmung wiederzuerlangen.
|
 |
|
|
 |
 |
|